Willkommen bei der Goetheschule

Comenius

Wer war Comenius?

Johann Amos Comenius wurde am 28. März 1592 in Südostmähren geboren. Sein Vater war schon sehr früh gestorben und als auch seine Mutter und Schwestern gestorben waren, wurde er von Verwandten aufgezogen. Er besuchte von 1608-1611 das Gymnasium der Brüdergemeinde in Prerau. Ab 1611 studierte er Theologie an der calvinistischen Hohen Schule Herborn und ab 1613 dann an der Universität Heidelberg. In Heidelberg fehlten aber allerdings die Mittel für eine Promotion. Deshalb kehrte er nach Mähren zurück und war von 1614-1617 als Rektor und Lehrer an der Brüderschule tätig. Um 1616 wurde er zum Pfarrer der Brüdergemeinde gewählt und von 1618-1621 war er Vorstand der Brüder in Fulnek. Während dieser Zeit heiratete er seine erste Frau, welche Verwandte eines Bischofs der Brüdergemeinde war. Da 1620 die protestantisch böhmischen Stände die Verfolgung aller nichtkatholischen Konfessionen einsetzte, versteckte sich Comenius an wechselnden Orten des Grenzgebietes Mähren. Seine Frau, die noch ein zweites Kind gebar, blieb in Fulnek. Später starben seine Frau und Kinder an der Pest. Comenius fand Unterschlupf bei Karl von Zierolin, wo er dann seine zweite Frau heiratete. Nach wechselnden Aufenthalten in Görlitz, Berlin und Holland, mussten er und seine Familie ihr Land endgültig verlassen. Sie fanden im polnischen Lissa eine Unterkunft, wo er Comenius als Lehrer ein Auskommen fand. 1641-1642 reiste er auf Einladung von Samuel Hartlib nach England um dort seine Pansophie vorzustellen. 1642 begab er sich dann in die Niederlande und von dort aus nach Schweden, wohin er dann auch seine Familie holte. Ab 1644 arbeitete er als Professor des Elbinger Gymnasiums. 1648 kehrte er nach Lissa zurück, wo dann auch seine zweite Frau starb. Schon 1649 ging er seine dritte Ehe in Lissa ein. Nach der Zerstörung der polnischen Stadt Lissa lebte er in Amsterdam. Comenius starb dort am 15. November 1670.

ANSICHTEN:

Im Mittelpunkt von Comenius steht eine christlich- humanistische Lebensgestaltung. Ein philosophischer Grundsatz von ihm lautet: „Allen alles ganz zu lehren.“ Oder „Allen alles in Rücksicht auf das Ganze zu lehren.“ Er forderte nur zwangsfreien Unterricht sondern lehnte Zwang in jeder Hinsicht ab. Sein Motto lautet: „Alles fließe aus eigenem Antrieb, Gewalt sei fern den Dingen.“

Er stellte lernen durch tun, Anschauung vor sprachlicher Vermittlung, Muttersprache vor Fremdsprache als Lerndisziplin vor. Er forderte eine Schulpflicht für Jungen und Mädchen aller Stände mit einer einheitlichen Schulausbildung.

LEISTUNGEN:

Seine bekanntesten Werke sind Janua Linguarum Reserata (Die geöffnete Sprachforte), welche erstmals im Sachunterricht und Sprachunterricht verknüpft wurde und in mehreren Sprachen Übersetzt wurde. Eine illustrierte Version der Janua war nicht nur das erste Kinderbuch sondern auch die erste Kinderenzyklopädie. Sein pädagogisches Hauptwerk ist die Pampedia (Allerziehung), als vierter Teil der siebenteiligen Didactica magna (Große Unterrichtslehre), eine der wichtigsten Schriften in der Geschichte der Didaktik.

Das Comeniusprojekt der Goetheschule Eisenach und des Collège Le Lac Sedan

Die Partnerschaft dient in erster Linie der Förderung des Erlernens und der Anwendung der Fremdsprache und dem gegenseitigen Kennen lernen und Akzeptieren. Seit 1991 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Eisenach und Sedan, die im Rahmen der Comenius-Schulpartnerschaft weiterentwickelt und stärker mit Leben erfüllt werden soll. Die bisher bestehenden Kontakte zwischen den beiden Städten können durch das Comeniusprojekt vertieft werden, indem Schüler und Jugendliche aus Deutschland und Frankreich aktiv einbezogen werden. Beide Städte pflegen umfangreiche humanistische und kulturelle Traditionen, die von unseren Schülern in der jeweiligen Partnerstadt erforscht, präsentiert und erlebt werden sollen, so in Eisenach das Sommergewinnsfest (Deutschlands größtes Frühlingsfest ) und in Sedan das Mittelalterfest (historisches Stadtfest zu Füßen der größten mittelalterlichen Festung Europas ).

Thema des Projektes: „Gelebte Städtepartnerschaft – Entwicklung städtepartnerschaftlicher Beziehungen durch gemeinsam gelebte Traditionen im Rahmen einer Schulpartnerschaft“

Unter Anwendung der Sprache des Partners erkunden die Teilnehmer Geschichte und gegenwärtigen Umgang mit diesen Festen durch vielfältige Kontakte sowohl zu den Schulpartnern als auch zu lokalen Einrichtungen (z.B. Vereine Städtepartnerschaft, Sommergewinnszunft, Verein Mittelalterfest, Wartburgradio,  Geschichtsverein Eisenach, Mediathek ). So werden sie in der Fremdsprache Jnterviews führen, im örtlichen Rundfunk, in der Presse und in Festzeitschriften ihre Ergebnisse präsentieren. In Vorbereitung der Mobilitäten nutzen die Schüler zur inhaltlichen Erarbeitung und zum Austausch der Informationen das Internet, um u. a. auch in der Nutzung neuer Medien sicherer zu werden.

Während des Schüleraustausches sind die Teilnehmer in Gastfamilien untergebracht, in denen sie bei gemeinsamen Aktivitäten ihre Fremdsprachenkenntnisse anwenden und festigen können. Sie lernen das Alltagsleben in der deutschen bzw. französischen Familie kennen und erleben auch den Schulalltag mit ihren Partnern.

Es gilt also, in lebensechten Situationen mittels der Anwendung der Fremdsprache diese zu festigen, die sprachliche Kompetenz zu erhöhen und gleichlaufend die Motivation zum Erlernen der Fremdsprache zu steigern. Durch das Mitleben im Partnerland sollen die soziale Kompetenz und Akzeptanz erhöht und somit ein höheres Aktivitätsniveau im anzustrebenden internationalen Auftreten geschaffen werden. Es wird geistige Mobilität erzeugt und damit eine wichtige Grundlage für Berufs– und Lebensmobilität gelegt.